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Pressemitteilungen

Dramatischer Fachkräftemangel am Bau

Prognose der Soka Bau Berlin: 2025 fehlen in Berlin 2100 Fachkräfte / Nachwuchsreferenten unterstützen Betriebe auf der Suche nach Fachkräften

Berlin, 30.03.2017. Die Bauwirtschaft der Region Berlin-Brandenburg steuert auf einen dramatischen Fachkräftemangel zu. Das belegen Berechnungen der Sozialkasse des Berliner Baugewerbes sowie die jährliche Frühjahrsumfrage der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg. Demnach können bereits im Jahr 2017 rund 650 Fachkräftestellen nicht mehr besetzt werden, in 2025 fehlen über 2100 qualifizierte Arbeitskräfte am Bau.

Hauptverursacher ist der demographische Wandel: In den letzten zehn Jahren ist der Anteil derjenigen gewerblichen Arbeitnehmer, die älter als 55 Jahre sind, um 60 Prozent angestiegen, sodass 2016 bereits 20 Prozent aller gewerblich Beschäftigten zu dieser Altersgruppe zählten. Demgegenüber beenden Jahr für Jahr zu wenige Auszubildende erfolgreich ihre Ausbildung im Bauhauptgewerbe.

Klaus-Dieter Müller, Präsident der Fachgemeinschaft Bau, erläutert: „Die Sozialkasse des Berliner Baugewerbes hat eine besorgniserregende Prognose erstellt. Selbst, wenn Jahr für Jahr eine gleichbleibende Zahl von Azubis ihre Ausbildung beendet und dem Baugewerbe als Fachkraft zur Verfügung steht, sinkt die Gesamtzahl der verfügbaren Fachkräfte  aufgrund von Renteneintritt oder Abwanderung. 2025 werden demnach allein in Berlin bereits rund 2100 Fachkräfte fehlen. Rechnet man den steigenden Bedarf an Fachkräften aufgrund der anziehenden Konjunktur dazu, wird deutlich, auf welches massive Fachkräfteproblem die Bauwirtschaft zusteuert.“

Der steigende Bedarf nach Fachkräften spiegelt sich auch in der Frühjahrsumfrage der FG Bau wider: Knapp drei Viertel der Befragten gab an, den Mitarbeiterstamm seit Jahresbeginn nicht verändert zu haben, also auch trotz eines verhältnismäßig kalten Winters keine Entlassungen vorgenommen zu haben. Bis Jahresende wollen 39 Prozent und damit ein gutes Drittel der Betriebe Mitarbeiter neu einstellen. Spitzenreiter dabei sind die Betriebe des Berliner Hochbaus: 64 Prozent wollen ihren Mitarbeiterstamm bis Jahresende erweitern, Entlassungen sind keine geplant. Auch im Ausbau planen 52 Prozent der Betriebe Neueinstellungen.

Die regionale Bauwirtschaft ist seit Jahren mit geförderten sowie selbst finanzierten Projekten aktiv, um die Auswirkungen des Fachkräftemangels am Bau der Region zumindest abzumildern. So unterstützt sie seit einiger Zeit mithilfe speziell geschulter Nachwuchsreferenten die Berliner und Brandenburger Baubetriebe bei der gezielten Suche nach Ausbildungsplatzinteressierten und Fachkräften. Auch setzt das Berufsförderungswerk der FG Bau mit speziellen Programmen auf die Qualifizierung von Schulabbrechern, jungen Arbeitslosen oder Flüchtlingen, um so junge Menschen fit zu machen für einen Ausbildungsplatz am Bau.

Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Mit ihren rund 900 Mitgliedern ist sie der größte Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region.

Pressekontakt:
Christiane Witek (Pressesprecherin)
Tel.: 030 / 86 00 04-19, Mobil: 0174 / 90 99 310
E-Mail: witekfg-baude