Die neuen Zahlen des Amts für Statistik Berlin Brandenburg zeigen: Der Wohnungsbau bleibt trotz deutlich steigender Gesamtaufträge ein bedeutendes, jedoch geschwächtes Segment der regionalen Bauwirtschaft.
Die Auftragseingänge liegen im Zeitraum Januar bis Juli 2025 im Wohnungsbau in Berlin um 2,6 Prozent und in Brandenburg um 7,2 Prozent unter dem Vorjahr, und damit weiterhin klar unter dem Bedarf.
Gleichzeitig sind die Gesamtaufträge im selben Zeitraum deutlich gestiegen: in Berlin um 28,4 Prozent, in Brandenburg sogar um 54,6 Prozent.
„Die Entwicklung im Wohnungsbau bereitet große Sorge“, sagt Katarzyna Siwek, Geschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg. „Trotz steigender Gesamtaufträge zeigt sich der Wohnungsbau abgeschwächt. Das ist angesichts des hohen Bedarfs ein ernstes Warnsignal.“
Auch wenn die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe insgesamt stabil oder teils steigend ausfallen, betont die Fachgemeinschaft Bau die besondere Bedeutung des Wohnungsbaus für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Region. Nachlassende Impulse in diesem Segment wirken sich unmittelbar auf Kapazitäten, Beschäftigung und die Erreichung wohnungspolitischer Ziele aus.
Siwek fordert daher entschlossenes politisches Handeln: „Wir brauchen langfristige Förderinstrumente für Neubau und Sanierung, eine konsequente Entlastung bei Normen und Standards sowie effizientere Verwaltungsstrukturen. Bund und Länder müssen verlässlich investieren, sonst lassen sich weitere Rückgänge im Wohnungsbau nicht verhindern.“
