
An alle Mitglieder vorab per E-Mail
Berlin, 09.10.2009
Berufsförderungswerk
der Fachgemeinschaft Bau
Belßstr. 12
12277 Berlin
Sehr geehrter Herr Bank,
mit diesem Brief möchten wir uns an Sie und auch die ausbildenden Betriebe und die Mitglieder der Fachgemeinschaft Bau wenden und uns gegen die Verleumdungen und Anfeindungen, die uns in den letzten Wochen von Seiten der IG-BAU und deren Mitgliedern entgegengeschlagen sind, verwahren.
In den letzten Wochen wurden wir von Ihnen als selbstständige Meister und Ingenieure für die überbetriebliche Ausbildung vom Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft Bau auf dem Lehrbauhof eingesetzt. Unser, meist kurzfristiger, Einsatz wurde nötig, weil die im BFW angestellten Ausbilder mehrfach ohne Ankündigung in den Streik getreten sind und die Auszubildenden auf unverantwortliche Weise allein gelassen haben.
Seither sehen wir uns immer wieder massiven verbalen Anfeindungen von Seiten der angestellten Ausbilder (bis auf wenige Ausnahmen) und der IG-BAU ausgesetzt, verbunden mit einer gegen uns gerichteten öffentlichen Stimmungsmache, mit der uns fragwürdige Qualifikationen und mangelhafte Ausbildungseigenschaften unterstellt werden. Diese Behauptungen bedürfen eigentlich keiner Kommentierung. Da wir dieses Gebaren der Streikenden, mit der IG-BAU an der Spitze, aber im höchsten Maße als rufschädigend empfinden, möchten wir uns mit diesem Brief an die Geschäftsführung des BFW, die ausbildenden Betriebe und die Mitglieder der Fachgemeinschaft Bau wenden, um unsere Sicht der Dinge darzustellen.
Mit ihren unangekündigten Arbeitsniederlegungen verletzten die Streikenden in unverantwortlicher Art und Weise die ihnen obliegenden Fürsorgepflichten gegenüber den Auszubildenden. Auch uns bringen sie dadurch in die schwierige Lage, kurzfristig die Aufsicht über die unbetreuten Gruppen neu zu organisieren und wieder herzustellen Es ist uns unbegreiflich, wie man zur Durchsetzung eigener Interessen (die wir inhaltlich gar nicht bewerten wollen) sich derartig unverantwortlich verhalten kann. Die Herren sollten sich einmal ernsthaft überlegen, ob sie noch die richtige Einstellung zu ihrem Beruf haben. Soweit uns mangelndes Fachwissen und fehlende Qualifikation nachgesagt wird, ist dies beleidigend. Wie Sie wissen, handelt es sich bei uns sämtlichst um Handwerksmeister oder Bauingenieure, häufig mit Doppelqualifikation. Wir haben unser Können und unsere Erfahrung in vielen erfolgreichen Jahren unserer beruflichen Tätigkeit unter Beweis gestellt. Ob Personen, die seit 20 oder mehr Jahren unter „Laborbedingungen“ arbeiten, eine Aussage über unser Können und unsere Qualifikation treffen können, dürfte wohl zweifelhaft sein.
Nach unserem Eindruck bestätigt die große Mehrheit der Auszubildenden, trotz massiver Einflussnahme und dem Versuch der Instrumentalisierung der von den Ausbildern abhängigen Auszubildenden durch die Streikenden, diese Vorwürfe nicht. Ganz im Gegenteil: Es dürfte ein Qualitätsgewinn für die Ausbildung sein, wenn die Auszubildenden von Praktikern so nah wie möglich an den Realitäten der Baustellen ausgebildet werden. Die Bedingungen in der Bauwirtschaft haben sich – wie überall sonst auch – in den letzten 20 Jahren geändert. Wir bemühen uns deshalb besonders darum, dieses Praxiswissen an die Auszubilden weiterzugeben und zwar zusätzlich zu der reinen Fachvermittlung des Lehrstoffes.
Wir würden uns freuen wenn Sie diesen Brief auch den ausbildenden Betrieben und den Mitgliedern der Fachgemeinschaft Bau zur Verfügung stellen würden. Für eine Rückäußerung wären wir dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Honorarkräfte